Rede Jan Feb 26

BETRIEBSVERSAMMLUNG

2/27/2026

Kommunikation mit unseren befristeten Kollegen

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

in der letzten Betriebsversammlung vor der Betriebsratswahl möchte ich nochmal ein paar Punkte ansprechen. Kommen wir direkt zur Sache.

Ein generelles Problem in diesem Konzern ist die mangelnde oder fehlerhafte Kommunikation.

Das beste Beispiel dafür ist die Übernahme unserer befristeten Kollegen.

An dieser Stelle möchte ich den Entfristeten herzlich zur Übernahme gratulieren.

Wird die überwiegende Mehrheit, die nächste Woche an ihre 2-Jahresgrenze kommt, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen, gibt es leider auch einige Kollegen, deren Vertrag nicht entfristet wird.

Und genau hier liegt das Problem. Als unsere betroffenen Kollegen einzeln zu Meister und Teamleiter gerufen wurden, hat man ihnen mitgeteilt, dass sie nicht übernommen werden. Der einzige Grund, und das haben mir mehrere Betroffene, unabhängig voneinander, aber auch die Führungskraft, so bestätigt, war nur die Fehlzeit des einzelnen Mitarbeiters.

Als ich in der Betriebsratssitzung explizit diesbezüglich nachgefragt hatte, welche Kriterien für die Übernahme oder das endgültige Vertragsende entscheidend waren, so wurde ich auf die Personalkommission verwiesen, die dazu wohl genaueres sagen könnte. Ein Mitglied der Kommission erklärte, das bezüglich der Krankheitsfälle die neue 4/20 Regelung zur Anwendung kam, dass es aber dennoch wohl mehrere Kriterien gab, wie die Bewertung der Führungskraft, andere nicht näher benannte Ansatzpunkte sowie die besagten Fehlzeiten.

Aber was stimmt denn jetzt? Wer sagt jetzt die Wahrheit? Und wo liegt der Fehler? Betriebsrat? Personalabteilung? Teamleiter und Meister? Letztere waren es bestimmt nicht.

Betriebsrat sagt mehrere Punkte. Teamleitung sagt, nur die reine Fehlzeit.

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich den Teamleitern und Meistern an dieser Stelle keinen Vorwurf mache, denn sie können ja nur das weitergeben, was ihnen von der Personalabteilung mitgeteilt wurde.

Ihr seht also die Misere. Die Kommunikation ist irgendwie ein Grundproblem, dass sich wie ein roter Faden durch das Unternehmen zieht, nicht nur bei so einem sensiblen Thema wie diesem.

Hier muss dringend nachgebessert werden.

Zum Abschluss möchte ich noch allgemein über die Vermischung zwischen Teilen des Betriebsrats und der Gewerkschaft sprechen.

Grundsätzlich schätze ich die Gewerkschaft, und sie ist auch durchaus richtig und wichtig. Selbst wir von der Truck - Initiative waren mal organisiert in der IG-Metall.

Aber die nicht umsonst gesetzlich gezogene Grenze zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft wird immer mehr verwischt.

In jedem Brennglas wird propagiert, dass die IG-Metall Betriebsräte dieses und jenes getan und erreicht hätten.

Dabei gibt es überhaupt keine IG-Metall Betriebsräte, sondern derzeit noch 23 gewählte Daimler Truck Betriebsräte im Werk Kassel.

Der Betriebsrat darf gerne in der Gewerkschaft sein, die Gewerkschaft aber nicht im Betriebsrat.

Gewerkschaft ist Gewerkschaft und Betriebsrat ist Betriebsrat.

Der Betriebsrat hat sich für jeden Mitarbeiter gleich einzusetzen und es nicht von der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft abhängig zu machen.

Ist übrigens auch so ähnlich im „Code of Conduct“ festgehalten, dass niemand benachteiligt werden darf, egal, ob Gewerkschaftszugehörig oder nicht.

Bleibt mir nur noch dafür zu werben, dass jeder zur Betriebsratswahl geht, denn es ist wichtig für jeden von uns. Ganz egal, für wen oder welche Liste Ihr euch entscheidet, Hauptsache Ihr geht wählen.

Zum Abschluss bleibt alle gesund und habt noch einen schönen Tag.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.